Kein neuer Stellenabbau an sächsischen Hochschulen!

Die bekannt gewordenen Pläne der CDU Sachsen, eine Aufstockung der Medizinstudienplätze an den Hochschulen mit Mitteln aus dem „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ zu finanzieren, gefährdet die Qualität der Lehre massiv und wird die zukünftige Betreuung der Studierenden deutlich verschlechtern.
„Damit stehen die Pläne im klaren Widerspruch zu den Zielen des ‚Zukunftsvertrags‘ und die CDU muss sich fragen lassen, ob sie eine Verbesserung der Landarztquote in zehn oder fünf-zehn Jahren wirklich auf Kosten einer umgehenden Qualitätseinbuße in der Lehre aller anderen Fachbereiche durchsetzen will. Probleme löst man nicht, indem man neue Probleme schafft,“ sagt dazu Dr. Thomas Riemer, Sprecher der Mittelbauinitiative an der Universität Leipzig (MULE).

Mit dem „Zukunftsvertrag“ soll in Fortführung des Hochschulpaktes eine dauerhafte Beschäfti-gung von Lehrpersonal an den Hochschulen umgesetzt werden. In Sachsen wurde bisher mit den Mitteln des Hochschulpaktes schwerpunktmäßig der Mehrbedarf an Lehrpersonal in den Lehramtsstudiengängen gedeckt. Die geplante Abzweigung von 20 Mio. € für die Schaffung neuer Medizinstudienplätze würde etwa 300 Stellen in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern gefährden, also nicht nur in den Erziehungswissenschaften, sondern überall dort, wo Lehramtsstudierenden Fachinhalte vermittelt werden.

„Die Lehre am Institut für Germanistik, dem größten Institut der größten Fakultät an der Uni-versität Leipzig mit 75 % Lehramtsstudierenden, würde ohne die bisher aus dem Hochschulpakt finanzierten Stellen zusammenbrechen. Sachsen hat einen krassen Lehrermangel. Was ist das für eine Politik, Herr Ministerpräsident Kretschmer?“ fragt Dr. Silke Horstkotte als betroffene Mitarbeiterin.

Auf den „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ hat sich die Gemeinsame Wissen-schaftskonferenz (GWK) am 3. Mai 2019 als Nachfolge des „Hochschulpaktes“ geeinigt. Der Hochschulpakt war 2006 ins Leben gerufen worden. Er läuft Ende 2020 aus und wird durch die unbefristete Vereinbarung „Zukunftsvertrag“ ersetzt. Das Ziel dieses Vertrags ist, „eine flächendeckend hohe Qualität von Studium und Lehre, gute Studienbedingungen in der Breite der deutschen Hochschullandschaft sowie de[n] bedarfsgerechte[n] Erhalt der Studienkapazitäten in Deutschland“ (Zukunftsvertrag, §1, Satz 1) zu ermöglichen. Daher sind die Länder angehalten, bei der Verwendung der Mittel „Schwerpunkte insbesondere beim Ausbau von dauerhaften Beschäftigungsverhältnissen des hauptberuflichen […] Personals an den Hochschulen“ (Zukunftsvertrag, §1, Satz 2) zu setzen. Die Schaffung neuer Studienplätze sieht der „Zukunftsvertrag“ dagegen nicht vor.

Wir möchten die Notwendigkeit der Einrichtung zusätzlicher Medizinstudienplätze zur langfristigen Verbesserung der Landarztquote in Sachsen gar nicht grundsätzlich in Frage stellen. Jedoch kann die sächsische CDU unserer Ansicht nach nicht darauf hoffen, die dafür benötigten finanziellen Mittel auf der Grundlage des Zukunftsvertrags zu erhalten. Diese sind laut Vertrag nicht für die Finanzierung neuer Studienplätze einsetzbar. Vielmehr müssen die neu einzurichtenden Studienplätze aus Haushaltsmitteln des Landes selbst finanziert werden.

MULE homepage wird wieder aktuell gehalten

Liebe Mitglieder des akademischen Mittelbaus der Universität Leipzig,

und

Liebe Interessierte,

die letzte Meldung auf unserer Homepage war die Einladung zur Vollversammlung im
November 2017. Danach wurde es still bis heute den 21.08.2018.

Wir sind gerade dabei mit Erfolg eine Phase der Erneuerung durchzumachen.
Nachdem in 2017 die Aktiven in der MULE immer weniger wurden und auch immer weniger
Zeit aufbringen konnten, haben wir in 2018 angefangen (i) die Einladung zum Plenum weiter zu streuen, und (ii) mit einer kleinen/kurzen Umfrage und der Möglichkeit für weitere Kommentare/Anregungen zu versehen.

Der Kreis der Aktiven hat sich in 2018 mit jedem Plenum der MULE im Februar, Mai Juni und August vergrößert. Wir hoffen, dass dieser Trend anhält, damit wir noch mehr für den Mittelbau wichtige Themen ohne zu starke Belastung des Einzelnen bearbeiten können.

An dieser Stelle schon einmal vielen Dank an Alle, die sich für den Mittelbau engagieren und eine Ermunterung an Alle, die sich gerne einbringen möchten. Die MULE ist immer offen für Neues:
neues Thema/Aktion auf dem Plenum vorstellen -> besprechen -> loslegen.

Viele Grüße Thomas Riemer (1/3 Sprecher der MULE)

 

Sie fühlen sich wie ein Esel?

MULE sucht inhaltliche Unterstützung!
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Wir, die Mittelbauinitiative Universität Leipzig (MULE), sucht Engagierte, die uns bei der inhaltlichen Arbeit unterstützen. Neben Unterstützung  bei den nachstehenden Themen, mit denen wir uns im kommenden Jahr beschäftigen wollen, sind auch eigene Ideen und Anregung herzlich willkommen!

Themen:
  • Beschäftigungsvereinbarung mit der UL,
  • MULE-Leitfaden: Orientierungsbroschüre für „frischgebackene“ Mittelbauler
  • Hochschulentwicklungsplan UL und Personalentwicklungskonzept UL,
  • Umfrage: zur Beschäftigungssituation an der UL: Auswertung + Verwertung,
  • Universität der Zukunft –  Unabhängig von der Realisier- und Durchsetzbarkeit geht es darum, aus Sicht des Mittelbaus die „ideale“ Universität aus Sicht des Mittelbaus zu skizzieren. Wie sollte diese aussehen? Welche ggf. grundlegenden Veränderungen sollte das Wissenschaftssystem in Deutschland unterlaufen?
  • Begleitung der Ausgestaltung des Wissenschaftszeitvertragsgesetz. – Die Begleitung der Novellierung des Gesetztes erfordert sicherlich einen regelmäßigen Besuch im Bundestag/in Berlin; Da die MULE bislang vor allem lokal und regional arbeitet, haben wir dieses Thema vorerst noch nicht vergeben.

Wenn Sie eines oder mehrere dieser oder anderer mittelbau-relevanter Themen interessiert und Sie sich vorstellen können, diese im Rahmen der MULE zu bearbeiten, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme per E-Mail an email hidden; JavaScript is required.