#Nichtsemester: offener Brief

Der offene Brief:
Das Sommersemester muss ein Nicht-Semester werden
hat zu einer regen Diskussion und Stellungnahmen seitens Rektoraten geführt und die Initiatoren zu einer Klarstellung und Konkretisierung bewegt, die wir hier zitieren wollen:

„Nennen wir es NichtSemester, Fleximester, Optionalsemester, Kreativsemester …

Hauptsache, wir nehmen die aktuelle Lage an Hochschulen, Akademien und Universitäten nicht nur aus der Perspektive der Starken zur Kenntnis. Denn: Mindestens 85% der Lehrenden und Forschenden sind (sehr) prekär beschäftigt. Studierende, die erwerbstätig sind, Care-Verpflichtungen haben, über wackelige technische Infrastruktur und wenig Ressourcen verfügen, sind die Mehrheit, nicht die Ausnahme. Viele Studierende haben zudem Aufenthalts- und Visa-Probleme. Der akademische Normalbetrieb – das sind größtenteils keine privilegierten Professor_innen, sondern viele, die von der Covid-19-Krise direkt betroffen sind.“
… mehr hier.

„Befristete Professuren, die nächste Bewährungsstufe“

Auf alma meta,  „eine Online-Plattform der Jungen-Akademie, die Informationen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen recherchiert, aufbereitet und zur Diskussion stellt,“ ist ein Artikel erschienen, der den nächsten Schritt der Befristungs-Exzesse im Wissenschaftssystem beschreibt: hier der link zum Artikel:

„Befristete Professuren, die nächste Bewährungsstufe“

Bereits in der ersten Seminarsitzung klären, unter welchen Bedingungen der Dozierende / die Dozierende arbeitet

Am 26. Februar war Dr. Dr. Peter Ullrich zum Vortrag in Leipzig, einer der Mitbegründer von NGAWiss,  eine bundesweite Vernetzung von Mittelbau-Initiativen und Initiator der Kampagne „Frist ist Frust“. Im Anschluss an die von der MULE im Jahr 2017 organisierten Tagung zu Hochschulsystemen im weltweiten Vergleich an der Uni Leipzig wurde NGAWiss gegründet – eine ausführliche Darstellung zu diesem Netzwerk, verfasst von Peter Ullrich, findet sich hier.

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Befristung in der Wissenschaft – Debatte im Bundestag

Aus dem Textarchiv des Deutschen Bundestages:

„Der Bundestag hat sich am Freitag, 14. Februar 2020, in einer halbstündigen Debatte mit befristeten Arbeitsverträgen in der Wissenschaft auseinandergesetzt. Grundlage dafür ist zum einen ein Antrag der Fraktion Die Linke mit dem Titel „Befristungen zurückdrängen – Dauerstellen für Daueraufgaben in der Wissenschaft“ (19/16499) sowie zum anderen ein Entwurf der FDP-Fraktion für ein zweites Gesetz zur Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (19/17067). Beide Vorlagen wurde im Anschluss zur weiteren Beratung in den federführenden Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung überwiesen.“ (hier der Link zum vollständigen Text)

Die Debatte und das Sitzungsprotokoll lassen sich hier nachhören, -sehen und -lesen.

„Lecturer/Senior Lecturerer“ und „Researcher/Senior Researcher“ | Vortrag zur Genes und ersten Erfahrungen | Prof. Breiter, Uni-Bremen

Professor Dr. Breiter,  Konrektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer an der Universität Bremen hat an der Research Akademie der Universität Leipzig (ral) die Genese und die ersten Erfahrungen mit dem in Bremen entwickelten Karriereweg neben der Professur vorgestellt. Danach hatten Franziska und Stefanie noch die Gelegenheit unser Leipziger Personalstruktur-Modell vorzustellen, bevor es in die Diskussion ging.

Das Interesse war groß, der Tagungsraum in der Villa Tillmans überfüllt, so dass auch das Foyer mit einbezogen werden musste. Neben Prorektor Prof. Schröger als Veranstalter waren auch die Rektorin, hochschulpolitisch aktive Vertreter aus dem Landtag und SMWK zugegen.

Die Veranstaltung war definitiv ein toller Impuls für die weitere Entwicklung von neuen Karrierewegen neben der Professur, und wir danken Prorektor Schröger und der ral für das Organisieren und Ausrichten der Veranstaltung.

Neues SprecherInnen-Team

Bevor wir hier die Wahl der SprecherInnen auf der Vollversammlung 2019/2020 bekannt geben an dieser Stelle ein DANK an ALLE, die sich in der Mittelbau-Initiative der Universität Leipzig für sich und ihre KollegInnen einsetzen und eingesetzt haben!

Eine Zusammenfassung der MULE-Aktivitäten im Jahr 2018/19 findet sich im Handout zur Vollversammlung.

Auf der Vollversammlung wurden beschlossen den Kreis der SprecherInnen von 2 auf 4 zu erweitern.

Dabei sollen die vier Aufgabenfelder  „Senatsarbeit und Hochschulpolitik“ , „Öffentlichkeitsarbeit und soziale Medien“,  „Fakultätsratsvernetzung“ und “ interne Organisation“ ,  abgedeckt werden.

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Vollversammlung 2019/20

Wann:       16. Januar 2020
Uhrzeit:   13 – 15 Uhr (st)
Wo:             HS6, Hörsaalgebäude, Augustusplatz

Auf der Vollversammlung wird über die Aktivitäten des vergangenen Jahres berichtet, die SprecherInnen gewählt, Ziele für die kommende Zeit festgelegt und Aufgaben verteilt.

Teilnahme / Vernetzung
Eine hohe Teilnahme an der Vollversammlung und eine starke Vernetzung gibt uns akademischen MitarbeiterInnen ein stärkeres Gewicht in den Gremien der Universität und läßt uns auch nach außen in die Hochschulpolitik wirken.

Beispiel LfbA
An dieser Stellen vielen Dank an alle Lehrkräft für besondere Aufgaben (LfbA), die an der Umfrage zur Ausgestaltung ihrer Stellen im September 2019 teilgenommen haben. Auf Grund der von ihnen zur Verfügung gestellten Daten konnten wir fundierte Informationen zur Beschäftigungssituation der LfbA in den Senat tragen. Als Folge wird in 2020 das Personalentwicklungskonzept (PEK) der Universität Leipzig weiterentwickelt werden. Dies wird ein Schwerpunkt der MULE-(Senats)-Arbeit in 2020 sein. Continue reading

Patrick Pfeil


Wir sind sehr traurig und betroffen, weil am 23.12.2019 Patrick Pfeil völlig unerwartet nach kurzer und heftiger Krankheit verstorben ist.

Er war ein Gründungsmitglied der Mittelbauinitiative im Oktober 2014 .

Von 2016 bis 2018 war er einer unserer Sprecher.

Er war ein Vertreter der Universität Leipzig in der Landesvertretung Akademischer Mittelbau Sachsen (LAMS) und ordentliches Mitglied im Gesamtpersonalrat der Universität Leipzig.

Wir vermissen Patrick sehr.


Vortrag „Neue Karriereoptionen für den akademischen Mittelbau“

Die Research Academy Leipzig lädt am 24. Januar 2020 ab 14 Uhr zum Austausch über neue Karriereoptionen für den akademischen MIttelbau.

In seinem Vortrag „Das Modell des Senior Researchers & Senior Lecturers“ wird Prof. Dr. Andreas Breiter von der Universität Bremen die dort 2017 eingeführten Personalkategorien (Senior) Researcher und (Senior) Lecturer als alternative Karrierewege im akademischen Mittelbau vorstellen. Dabei handelt es sich um wissenschaftlich selbstständige und unbefristet beschäftigte Positionen im akademischen Mittelbau, die nur über ein Tenure-Verfahren zu erreichen sind.

Prof. Dr. Andreas Breiter ist Konrektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer der Universität Bremen. Nach seinem Vortrag ist das Publikum herzlich eingeladen mit Prof. Breiter zu diskutieren.

Ort: Villa Tillmanns, Wächterstr. 30, 04107 Leipzig

Strohfeuer statt Leuchttürme? Spitzenforschung an Universitäten zwischen Befristung und Burnout

Etwa 160.000 wissenschaftliche Mitarbeiter*innen arbeiten an deutschen Hochschulen. Sie schreiben Doktorarbeiten, unterrichten Studierende, organisieren Konferenzen, forschen in Laboren, Bibliotheken und auf Ausgrabungen und vieles mehr. Ohne sie wäre der Universitätsbetrieb nicht möglich. Was allgemein kaum bekannt ist: Über 90% dieser wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen sind befristet angestellt. Fast die Hälfte hat Arbeitsverträge von sechs Monaten oder kürzer. Nach zwölf Jahren ist aufgrund gesetzlicher Regelungen für mehr als 80% Schluss mit der Karriere. Viele kluge Köpfe gehen damit der Wissenschaft verloren; oft finden sie im Ausland bessere Anstellungen.

Der Vortrag „Strohfeuer statt Leuchttürme? Spitzenforschung an Universitäten zwischen Befristung und Burnout“ im Rahmen des Studium Universale stellt die Situation der wissenschaftliche Mitarbeiter*innen in Deutschland und Leipzig vor – an Hand von Daten und Fakten. In einem zweiten Schritt wird präsentiert, was an dieser Situation verbessert werden kann: Dazu wurde von der Mittelbauinitiative ein „Personalmodell für die Universität Leipzig“ erarbeitet; dieses wird hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch die Betreffenden selbst sollen nicht zu kurz kommen: Talentierte Leipziger Forschende berichten aus ihren faszinierenden Projekten – aber auch von den prekären Bedingungen, unter denen sie arbeiten.

Dr. Franziska Naether und Stefanie Wiemer vertreten die Mittelbauinitiative der Universität Leipzig (MULE).

Update: Interessierte finden die Vortragsfolien hier als PDF zum Download.