Befristung in der Wissenschaft – Debatte im Bundestag

Aus dem Textarchiv des Deutschen Bundestages:

„Der Bundestag hat sich am Freitag, 14. Februar 2020, in einer halbstündigen Debatte mit befristeten Arbeitsverträgen in der Wissenschaft auseinandergesetzt. Grundlage dafür ist zum einen ein Antrag der Fraktion Die Linke mit dem Titel „Befristungen zurückdrängen – Dauerstellen für Daueraufgaben in der Wissenschaft“ (19/16499) sowie zum anderen ein Entwurf der FDP-Fraktion für ein zweites Gesetz zur Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (19/17067). Beide Vorlagen wurde im Anschluss zur weiteren Beratung in den federführenden Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung überwiesen.“ (hier der Link zum vollständigen Text)

Die Debatte und das Sitzungsprotokoll lassen sich hier nachhören, -sehen und -lesen.

„Lecturer/Senior Lecturerer“ und „Researcher/Senior Researcher“ | Vortrag zur Genes und ersten Erfahrungen | Prof. Breiter, Uni-Bremen

Professor Dr. Breiter,  Konrektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer an der Universität Bremen hat an der Research Akademie der Universität Leipzig (ral) die Genese und die ersten Erfahrungen mit dem in Bremen entwickelten Karriereweg neben der Professur vorgestellt. Danach hatten Franziska und Stefanie noch die Gelegenheit unser Leipziger Personalstruktur-Modell vorzustellen, bevor es in die Diskussion ging.

Das Interesse war groß, der Tagungsraum in der Villa Tillmans überfüllt, so dass auch das Foyer mit einbezogen werden musste. Neben Prorektor Prof. Schröger als Veranstalter waren auch die Rektorin, hochschulpolitisch aktive Vertreter aus dem Landtag und SMWK zugegen.

Die Veranstaltung war definitiv ein toller Impuls für die weitere Entwicklung von neuen Karrierewegen neben der Professur, und wir danken Prorektor Schröger und der ral für das Organisieren und Ausrichten der Veranstaltung.

Neues SprecherInnen-Team

Bevor wir hier die Wahl der SprecherInnen auf der Vollversammlung 2019/2020 bekannt geben an dieser Stelle ein DANK an ALLE, die sich in der Mittelbau-Initiative der Universität Leipzig für sich und ihre KollegInnen einsetzen und eingesetzt haben!

Eine Zusammenfassung der MULE-Aktivitäten im Jahr 2018/19 findet sich im Handout zur Vollversammlung.

Auf der Vollversammlung wurden beschlossen den Kreis der SprecherInnen von 2 auf 4 zu erweitern.

Dabei sollen die vier Aufgabenfelder  „Senatsarbeit und Hochschulpolitik“ , „Öffentlichkeitsarbeit und soziale Medien“,  „Fakultätsratsvernetzung“ und “ interne Organisation“ ,  abgedeckt werden.

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Vollversammlung 2019/20

Wann:       16. Januar 2020
Uhrzeit:   13 – 15 Uhr (st)
Wo:             HS6, Hörsaalgebäude, Augustusplatz

Auf der Vollversammlung wird über die Aktivitäten des vergangenen Jahres berichtet, die SprecherInnen gewählt, Ziele für die kommende Zeit festgelegt und Aufgaben verteilt.

Teilnahme / Vernetzung
Eine hohe Teilnahme an der Vollversammlung und eine starke Vernetzung gibt uns akademischen MitarbeiterInnen ein stärkeres Gewicht in den Gremien der Universität und läßt uns auch nach außen in die Hochschulpolitik wirken.

Beispiel LfbA
An dieser Stellen vielen Dank an alle Lehrkräft für besondere Aufgaben (LfbA), die an der Umfrage zur Ausgestaltung ihrer Stellen im September 2019 teilgenommen haben. Auf Grund der von ihnen zur Verfügung gestellten Daten konnten wir fundierte Informationen zur Beschäftigungssituation der LfbA in den Senat tragen. Als Folge wird in 2020 das Personalentwicklungskonzept (PEK) der Universität Leipzig weiterentwickelt werden. Dies wird ein Schwerpunkt der MULE-(Senats)-Arbeit in 2020 sein. Continue reading

Patrick Pfeil


Wir sind sehr traurig und betroffen, weil am 23.12.2019 Patrick Pfeil völlig unerwartet nach kurzer und heftiger Krankheit verstorben ist.

Er war ein Gründungsmitglied der Mittelbauinitiative im Oktober 2014 .

Von 2016 bis 2018 war er einer unserer Sprecher.

Er war ein Vertreter der Universität Leipzig in der Landesvertretung Akademischer Mittelbau Sachsen (LAMS) und ordentliches Mitglied im Gesamtpersonalrat der Universität Leipzig.

Wir vermissen Patrick sehr.


Vortrag „Neue Karriereoptionen für den akademischen Mittelbau“

Die Research Academy Leipzig lädt am 24. Januar 2020 ab 14 Uhr zum Austausch über neue Karriereoptionen für den akademischen MIttelbau.

In seinem Vortrag „Das Modell des Senior Researchers & Senior Lecturers“ wird Prof. Dr. Andreas Breiter von der Universität Bremen die dort 2017 eingeführten Personalkategorien (Senior) Researcher und (Senior) Lecturer als alternative Karrierewege im akademischen Mittelbau vorstellen. Dabei handelt es sich um wissenschaftlich selbstständige und unbefristet beschäftigte Positionen im akademischen Mittelbau, die nur über ein Tenure-Verfahren zu erreichen sind.

Prof. Dr. Andreas Breiter ist Konrektor für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer der Universität Bremen. Nach seinem Vortrag ist das Publikum herzlich eingeladen mit Prof. Breiter zu diskutieren.

Ort: Villa Tillmanns, Wächterstr. 30, 04107 Leipzig

Strohfeuer statt Leuchttürme? Spitzenforschung an Universitäten zwischen Befristung und Burnout

Etwa 160.000 wissenschaftliche Mitarbeiter*innen arbeiten an deutschen Hochschulen. Sie schreiben Doktorarbeiten, unterrichten Studierende, organisieren Konferenzen, forschen in Laboren, Bibliotheken und auf Ausgrabungen und vieles mehr. Ohne sie wäre der Universitätsbetrieb nicht möglich. Was allgemein kaum bekannt ist: Über 90% dieser wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen sind befristet angestellt. Fast die Hälfte hat Arbeitsverträge von sechs Monaten oder kürzer. Nach zwölf Jahren ist aufgrund gesetzlicher Regelungen für mehr als 80% Schluss mit der Karriere. Viele kluge Köpfe gehen damit der Wissenschaft verloren; oft finden sie im Ausland bessere Anstellungen.

Der Vortrag „Strohfeuer statt Leuchttürme? Spitzenforschung an Universitäten zwischen Befristung und Burnout“ im Rahmen des Studium Universale stellt die Situation der wissenschaftliche Mitarbeiter*innen in Deutschland und Leipzig vor – an Hand von Daten und Fakten. In einem zweiten Schritt wird präsentiert, was an dieser Situation verbessert werden kann: Dazu wurde von der Mittelbauinitiative ein „Personalmodell für die Universität Leipzig“ erarbeitet; dieses wird hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch die Betreffenden selbst sollen nicht zu kurz kommen: Talentierte Leipziger Forschende berichten aus ihren faszinierenden Projekten – aber auch von den prekären Bedingungen, unter denen sie arbeiten.

Dr. Franziska Naether und Stefanie Wiemer vertreten die Mittelbauinitiative der Universität Leipzig (MULE).

Update: Interessierte finden die Vortragsfolien hier als PDF zum Download.

Statement zum Koalitionsvertrag

CDU, SPD und Grüne haben sich in Sachsen auf einen Koalitionsvertrag geeinigt, der auch die Zukunft des Mittelbaus an Hochschulen thematisiert.

„Wir freuen uns, dass die Schaffung neuer auf Dauer angelegter Personalkategorien bei den akademischen Mitarbeitern Eingang in den Vertrag gefunden hat. Das bietet die Möglichkeit Nachhaltigkeit und damit Qualität in Forschung und Lehre an der Universität Leipzig zu stärken. Die Koalitionspartner bringen damit ihre Anerkennung und Wertschätzung für die Leistungen zum Ausdruck, die die wissenschafltichen Mitarbeiter bis jetzt meist unter prekären Bedingungen tagtäglich für Forschung, Lehre und Wissenschaftsmanagement erbringen.“ sagt Thomas Riemer

Weiterhin enthält der Koalitionsvertrag Aussagen zur Verbesserung der Hochschulfinanzierung. „Die Verstetigung von Stellen durch die Mittel aus dem Zukunftsvertrag und den Aufwuchs von Planstellen an den sächsischen Hochschulen begrüßen wir“, so Stefanie Wiemer, Sprecherin der MULE.

Die MULE wird diesen Prozess auch zukünftig begleiten und steht weiterhin für konstruktiven Austausch zur Verfügung.

Offener Brief: Für eine Wende in der sächsischen Bildungspolitik

Sehr geehrte Verhandelnde der CDU, Bündnis 90/Die Grünen und SPD, Wir, die im sächsischen Bildungsbereich lernen und arbeiten, sind immer noch schockiert von den Ergebnissen der Landtagswahlen. Dass Ihre Parteien nun miteinander in Koalitionsverhandlungen treten und damit die AfD voraussichtlich nicht Teil der nächsten Landesregierung sein wird, begrüßen wir ausdrücklich. Allerdings betrachten wir eine Schwarz-Grün-Rote Landesregierung keinesfalls als Garant für bildungspolitischen Fortschritt. Dieser ist jedoch notwendig, um gegenwärtigen Entwicklungen, wie dem hohen öffentlichen Zuspruch zu rechtsextremen und menschenfeindlichen Positionen in Sachsen und Deutschland, in den nächsten Jahren mit einer progressiven und weltoffenen Bildungslandschaft etwas entgegenzusetzen. Deshalb möchten wir mit diesem Brief einen Appell an Sie richten, die bildungspolitischen Missstände in Sachsen zu erkennen und mit
ihrer Regierungsarbeit entschieden anzugehen.

Als ein grundlegendes Defizit der sächsischen Bildungspolitik seit der Wende erachten wir die Dominanz eines Leistungsprinzips, welches seinen Fokus stets auf quantifizierbare Erfolge setzte und dazu tendierte, die MINT-Fächer überzubetonen. Zwar erzielt Sachsen jährlich Höchstwerte in den Ländervergleichen oder der Pisa Studie, vermag damit jedoch nicht über die eklatanten, dringend aufzuholenden Rückstände in der kulturellen, politischen und sozialen Bildung hinwegzutäuschen. Natürlich bedarf es weiterhin fähiger Ingenieur*innen, Naturwissenschaftler*innen und weiterer Fachkräfte, um innovative Beiträge zur Lösung der großen Probleme unserer Zeit – wie z.B. des Klimawandels – leisten zu können. Wir wollen aber nicht länger dabei zusehen, wie politische, soziale und kulturelle Bildung und die MINT-Fächer gegeneinander aufgewogen werden. Dieser Umgang mit Bildung und eine an den falschen Stellen einsparende Finanzpolitik haben dazu geführt, dass Missständen nicht ausreichend Rechnung getragen wurde. Lehrer*innenmangel, gravierende Engpässe bei pädagogischem Personal, hohe Schulabbrecher*innenquoten, mangelnde Lehr- und Lernmittel, fehlende Forschungsgelder und Stellen in der Wissenschaft und der teilweise untragbare marode Zustand der Bildungseinrichtungen sind nur einige Problemfälle. Die ohnehin bereits große Chancenungleichheit wird durch die genannten Punkte noch zunehmend verstärkt.

Diese Rückstände gilt es nun aufzuarbeiten, um den weiteren Aufbau einer solidarischen und demokratischen Gesellschaft zu gewährleisten. Dafür brauchen wir ein Umdenken in der Bildungspolitik. Anstelle des Erreichens hoher Punktzahlen in Leistungsvergleichen muss das oberste Ziel die Ausbildung kritischer, empathischer, selbstbewusster und couragierter Menschen sein, die sich für ein demokratisches Miteinander und gegen Ungerechtigkeiten einsetzen. Eine Grundlage dafür ist die stärkere Thematisierung von Diskriminierung und sozialer Ungleichheit in der Aus- und Weiterbildung von Pädagog*innen. Persönliches Engagement, das über den Unterricht bzw. Lehre und Studium hinaus geht, sollte gefördert und nicht behindert werden. Weiterhin muss politische und historische Bildung Teil jedes Ausbildungsganges werden – von der Grundschule über die Berufsausbildung bis zum Hochschulstudium. Die MINT-Studiengänge sollen davon nicht ausgenommen sein. Darüber hinaus müssen Bildungseinrichtungen selbst sozial gerechter und demokratischer werden. Das bedeutet die Abschaffung aller Selektionsschranken und Zugangshürden, längeres gemeinsames Lernen, Ausbau des Studiums ohne Abitur und größtmögliche Unterstützung auf dem Weg zum angestrebten Abschluss. Ebenso bedeutet es, dass prekäre Beschäftigung, die u.a. in der Wissenschaft immer noch die Regel ist, in reguläre Arbeitsverhältnisse und dauerhafte Anstellung überführt wird. Weiterhin ist es nötig, die Bildungseinrichtungen zu demokratisieren, indem echte Beteiligung und Mitbestimmung in jedem Bereich eingeführt werden. Wer von politischen Entscheidungen betroffen ist, sollte auch in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. (Weiterhin verweisen wir auf die Forderungskataloge der GEW und der KSS, denen wir uns anschließen.

Wenn eine zukunftsfähige Bildungspolitik das Ziel der neuen sächsischen Landesregierung sein soll, muss sie als Kollektivprojekt gesehen werden, welches die Stimmen aller Involvierten berücksichtigt. In Bezug auf Beschlüsse im bildungspolitischen Bereich sind wir gerne bereit, konsultativ zur Seite zu stehen. Kompromisse in der Bildungspolitik, welche die Segregation in der Bildung nicht beseitigen und die bildungspolitischen Ungerechtigkeiten verharmlosen, sind wir leid. Wir, die diese Benachteiligungen jeden Tag im Bildungsbereich beobachten und selbst erfahren, bitten Sie, als zukünftige Regierungsparteien, unsere Forderungen ernst zu nehmen und Veränderungen in Gang zu setzen.

Viel Erfolg bei den Koalitionsverhandlungen.

Freie Schule Leipzig e.V.
Kritische Lehrer*innen Leipzig
Landesvertretung Akademischer Mittelbau Sachsen
Landesvertretung FSJ, BFD, FÖJ
Mittelbauinitiative an der TU Dresden
Mittelbauinitiative an der Universität Leipzig
Mittelbauvertretung Erziehungswissenschaftliche Fakultät Leipzig
StudentInnenRat der Hochschule Mittweida
Student_innenRat der Universität Leipzig
Studentinnen- und Studentenrat HTW Dresden
Studierendenrat Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Studierendenrat Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig
StudierendenRat Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Theater Plauen-Zwickau gGmbH

Mittelbauinitiativen fordern Rektorate auf, sich von der „Bayreuther Erklärung“ zu distanzieren

Die Landesvertretung akademischer Mittelbau Sachsen und die Mittelbauinitiativen der TU Dresden sowie der Universität Leipzig fordern die Rektorate der vier sächsischen Universitäten dazu auf, sich von der „Bayreuther Erklärung“ der Kanzlerinnen und Kanzler deutscher Universitäten zu distanzieren. Die Reduzierung der Universitäten auf ein reines „Qualifizierungssystem“ werde weder den Arbeitsrealitäten des akademischen Mittelbaus noch den gesellschaftlichen und rechtlichen Anforderungen gerecht, die an Hochschulen gestellt werden. Damit Universitäten als Ort von Forschung und Lehre funktionieren, brauche es gute Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen. Die Initiativen vertrauen darauf, dass CDU, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN und SPD in möglichen Koalitionsverhandlungen ein umfassenderes Verständnis von der Institution Universität beweisen, als es die Kanzlerinnen und Kanzler der deutschen Universitäten offenkundig haben, und die Weichen für eine gute Personalpolitik an sächsischen Hochschulen stellen.

Was wir brauchen, ist eine Ende des Befristungswahnsinns an den Universitäten und den Einstieg in eine moderne und den Aufgaben in Forschung und Lehre angemessene Personalstruktur. Das heißt nicht nur, dass wir uns darüber verständigen müssen, was wir unter wissenschaftlicher Qualifizierung an Hochschulen verstehen. Wir müssen insgesamt weg von einer Kultur, in der allein ein weit in die Zukunft verlagertes Karriereziel Professur den Verbleib in der Wissenschaft garantiert. Wir brauchen unbefristete Stellen neben der Professur, um der Tatsache gerecht zu werden, dass diese Mitarbeiter*innen bereits Daueraufgaben in Forschung und Lehre übernehmen.“ Benjamin Engbrocks, Referatsleiter Hochschule und Forschung der GEW Sachsen.

Auf der letzten Personalversammlung an der Universität Leipzig wurde berichtet, dass 40 % der befristet beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität einen Vertrag von nicht länger als 6 Monaten haben. Darunter dürfte ein nicht unerheblicher Anteil an Kolleginnen und Kollegen mit Doktortitel oder Habilitation sein. Wenn die befristete Beschäftigung tatsächlich der Qualifizierung von Fachkräften für Wirtschaft und Verwaltung dient, wie es die Kanzlerinnen und Kanzler der deutschen Universitäten ja behaupten, dann würde mich schon einmal interessieren, wofür auf einer Stelle von unter sechs Monaten denn hier konkret noch qualifiziert wird?“ Stefanie Wiemer, Mittelbauinitiative der Universität Leipzig (MULE)

Ich möchte den Kanzlerinnen und Kanzlern der sächsischen Universitäten einen Blick in das sächsische Hochschulgesetz empfehlen. In § 5 werden die Aufgaben der Universitäten in fünf Absätzen erläutert. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – und dazu dürfte die wissenschaftliche Qualifizierung ja gehören – ist dabei nur einer von insgesamt dreizehn Unterpunkten im zweiten Absatz. Wenn die Kanzlerinnen und Kanzler nun alle Beschäftigung im Mittelbau als Qualifizierung deklarieren, dann wird dies vielleicht ihrem Bedürfnis nach uneingeschränkter Flexibilität im Umgang mit Personal gerecht, es wird aber nicht den Aufgaben gerecht, die die Hochschulen laut Gesetz zu erfüllen haben.“ Dr. Mathias Kuhnt, Landesvertretung akademischer Mittelbau (LAMS)

Last but not least wirkt sich diese Personalpolitik ganz konkret auf die Arbeit des wissenschaftsunterstützenden Personals aus und bedeutet einen immensen Mehraufwand sowohl in den oft unterbesetzten Sekretariaten als auch in der Universitätsverwaltung, die mit Viertel- oder halben Stellen dieses System der Unterfinanzierung mit unbezahlter Mehrarbeit und Dauerüberlastung ausgleichen müssen. Haben sich jemals Politiker für den Arbeitsalltag des nichtwissenschaftlichen Personals interessiert?“ Katrin Kindermann, Mittelbauinitiative der TU Dresden (mid)

Hintergründe: